Laborberichte richtig lesen und Tierärzte entlarven
Die Referenzbereiche können von Labor zu Labor variieren.
Wenn ein Tierarzt ein Blutbild (Geriatrisches Profil) macht, nutzt er oft leicht erhöhte Werte, um Besitzern teure Spezialfutter oder Dauermedikamente zu verkaufen. Halter sollten die wichtigsten Umsatz-Treiber im Blutbild kennen:
Die Nierenwerte (Harnstoff & Kreatinin):
- Die Falle: Ist der Harnstoff-Wert leicht erhöht, diagnostizieren Praxen sofort eine „Niereninsuffizienz“ und verkaufen teures Nierendiätfutter.
- Die Realität: Der Harnstoffwert steigt ganz natürlich an, wenn der Hund vor der Blutabnahme Fleisch gefressen hat oder gestresst war. Ein leicht erhöhter Wert bei einem fitten Hund ist kein Grund zur Panik. Erst wenn Kreatinin und Harnstoff dauerhaft massiv erhöht sind, liegt ein echtes Problem vor.
Die Leberwerte (ALT / GPT & AP):
- Die Falle: Bei jeder leichten Erhöhung werden sofort teure Leberschutz-Tabletten verschrieben.
- Die Realität: Die Leber ist ein Regenerationswunder. Die Werte schwanken ständig – schon nach einer Zeckenbehandlung, einer Wurmkur oder einer Impfung schießen sie kurz hoch, weil die Leber das Gift abbaut. Das reguliert sich meist von selbst, wenn man die Chemie weglässt.
Der SDMA-Wert (Der angebliche Früherkennungswert):\r\n
- Die Falle: Dieser relativ neue Wert wird als \“Wunderwert\“ zur Früherkennung von Nierenschäden vermarktet.
- Die Realität: Der SDMA-Wert ist extrem fehleranfällig und schwankt stark durch Muskelmasse, Entzündungen im Körper oder Fütterung. Lassen Sie sich wegen eines leicht erhöhten SDMA-Wertes niemals zu teurem Diätfutter überreden, solange die Urinwerte und das normale Kreatinin perfekt sind.
Die Alters-Abzocke (Senioren-Checks)
Sobald ein Hund 7 oder 8 Jahre alt wird, schalten Praxen oft in den Senioren-Modus Dem Besitzer wird eingeredet, das Tier stehe kurz vor dem Verfall.
Das Herzgeräusch-Abo: Bei älteren Hunden wird beim Abhören plötzlich ein „leichtes Herzgeräusch“ festgestellt. Oft wird sofort ohne Herzultraschall (Echokardiographie) ein lebenslanges Herzmedikament (wie Vetmedin) verschrieben. Regel: Niemals Herztabletten rein auf Verdacht oder nach bloßem Abhören geben! Ein Herzgeräusch beim alten Hund kann harmlos sein. Gewissheit bringt nur ein Herzultraschall bei einem zertifizierten Kardiologen.
Die Schmerzmittel-Dauerschleife: Läuft der Hund im Alter etwas steifer, gibt es sofort starke Schmerzmittel (wie Rimadyl oder Metacam) als Dauertherapie. Diese gehen massiv auf Magen und Nieren. Die Alternative: Bevor man die Organe zerstört, hilft bei Alters-Arthrose oft eine Kur mit natürlicher Grünlippmuschel, MSM (Schwefel), Teufelskralle oder Physiotherapie.

