Die Heimat des Tibet Terriers
Wer den Tibet Terrier nicht näher kennt, wird vielleicht nicht sofort verstehen, was uns an dieser Rasse so sehr begeistert. Lernt man ihn mit seiner besonderen Art, seiner Beweglichkeit und seinem ursprünglichen Erscheinungsbild kennen, entdeckt man viele Eigenschaften, die sich durch seine tibetische Heimat erklären lassen.
Das Dach der Welt
Seine Heimat sind die Berge und das Hochplateau Tibets, das mit einer durchschnittlichen Höhenlage von etwa 4.500 Metern auch als „Dach der Welt“ bezeichnet wird. Dort herrschen extreme klimatische Bedingungen. Eisige Winter wechseln sich mit kurzen, warmen Sommern ab. Weite Landstriche sind trocken und karg, während scharfe Winde über das Land ziehen. In dieser Umgebung brauchte der Tibet Terrier einen widerstandsfähigen Körper, ein schützendes Haarkleid und die Fähigkeit, sich sicher auf schwierigem Untergrund zu bewegen.
Kräftig, beweglich und ohne Übertreibungen

Der Tibet Terrier ist ein kräftig gebauter Hund mittlerer Größe. Sein Körper besitzt eine annähernd quadratische Silhouette und wirkt weder schwerfällig noch übertrieben.
Er bewegt sich kraftvoll und dennoch beinahe mühelos. Seine Wendigkeit, Trittsicherheit und Ausdauer machen ihn zu einem angenehmen Begleiter auf Spaziergängen und längeren Wanderungen.
Draußen zeigt sich häufig seine ganze Lebensfreude. Wird ein Kaninchen aufgestöbert, kann auch ein Tibet Terrier plötzlich schnelle Haken schlagen. Versucht er ein Vögelchen zu erreichen, springt er manchmal wie ein kleiner Flummi durch die Luft. In solchen Momenten könnte man meinen, ihm fehlten zu seinem vollkommenen Glück nur noch die Flügel.
Sein aufmerksamer Blick
Die Augen des Tibet Terriers sind groß, rund und ausdrucksstark. Sie stehen verhältnismäßig weit auseinander und verleihen ihm seinen typischen, aufmerksamen Gesichtsausdruck.
Sein langes Kopfhaar fällt schützend über die Augen. Die kräftigen Wimpern helfen dabei, die Haare vom Auge fernzuhalten. In seiner ursprünglichen Heimat bot das lange Haar zusätzlichen Schutz vor Wind, Staub und grellem Licht.
Bindet man das Kopfhaar zusammen oder kürzt es, kommt sein direkter und manchmal erstaunlich energischer Blick zum Vorschein. Dann erkennt man schnell, wie viel Ausdruck sich unter seinem Pony verbirgt.
Wachsam, ohne ständig laut zu sein
Der Tibet Terrier nahm in seiner Heimat auch die Aufgabe eines aufmerksamen Wächters wahr. Diese Wachsamkeit ist ihm bis heute erhalten geblieben.
Ungewohnte Geräusche oder Veränderungen meldet er häufig mit einem kurzen und kräftigen Anschlagen. Er bellt jedoch nicht nur zur Warnung. Auch freudige Erwartung kann ihn laut werden lassen – beispielsweise wenn eine Autofahrt bevorsteht, ein Spiel beginnt oder er auf eine kleine Leckerei hofft.
Wer mit einem Tibet Terrier lebt, merkt schnell: Ihm entgeht nur sehr wenig.
Kopf und Gebiss

Zur typischen Erscheinung des Tibet Terriers gehört eine kräftige, stumpf wirkende Schnauzenpartie, die weder spitz noch übermäßig kurz sein soll.
Beim Tibet Terrier kommen Scherengebiss, umgekehrtes Scherengebiss und Zangengebiss vor. Entscheidend sind kräftige Kiefer, regelmäßig angeordnete Zähne und ein möglichst knapper Gebissschluss. Auch die Form des Kopfes trägt wesentlich zu seinem unverwechselbaren Ausdruck bei.
Das schützende Haarkleid
Das doppelschichtige Haarkleid war für das Leben im tibetischen Klima unverzichtbar. Die feine, wollige Unterwolle schützt den Körper, während das lange und üppige Deckhaar Wind und Wetter abhält.
Das Deckhaar kann gerade oder gewellt sein. Es soll weder lockig noch wollig wirken. Gerade die Verbindung aus Unterwolle und schützendem Deckhaar macht das Fell des Tibet Terriers so besonders.
Die Rasse besitzt eine große Farbenvielfalt. Es gibt reinweiße, schwarze, cremefarbene, graue, rauchfarbene und goldzobelfarbene Tibet Terrier sowie Hunde mit verschiedensten weißen, schwarzen oder goldenen Abzeichen. Auch diese Vielfalt gehört zu ihrem unverwechselbaren Erscheinungsbild.
Seine besonderen Pfoten
Zu den auffälligsten Rassemerkmalen gehören die großen, runden und flachen Pfoten. Die Ballen sind kräftig und zwischen den Zehen wächst viel schützendes Haar.
Durch ihre breite und bewegliche Form geben die Pfoten dem Tibet Terrier sicheren Halt auf unebenem Untergrund. Auf felsigen Wegen kann er sie beinahe wie kleine Hände einsetzen. Im Schnee verteilt sich sein Gewicht auf eine größere Fläche, sodass die Pfoten wie natürliche Schneeschuhe wirken.
Auch heute erleben Besitzer immer wieder, wie geschickt ihre Tibet Terrier klettern und balancieren. Sie laufen über schmale Bretter, erklimmen Böschungen und wählen Wege, bei denen der Mensch lieber zweimal hinschaut. Diese Trittsicherheit tragen bereits viele Welpen ganz selbstverständlich in sich.
Die fröhlich getragene Rute
Seine Rute ist hoch angesetzt und wird über dem Rücken getragen. Ein Knick an der Rutenspitze kommt beim Tibet Terrier häufiger vor und ist
zulässig. Fröhlich wedelnd begleitet sie ihn durch den Alltag und passt zu seiner aufmerksamen, lebhaften und manchmal herrlich eigensinnigen Art.
Viele körperliche Merkmale des Tibet Terriers erzählen noch heute etwas über seine Herkunft. Sein Fell, seine kräftige Gestalt, die großen Pfoten und seine erstaunliche Beweglichkeit sind nicht nur schön anzusehen. Sie erinnern an einen Hund, der für das Leben in einer außergewöhnlichen Landschaft geschaffen wurde.

