Das Verhalten des Tibet Terriers

Tibet Terrier Welpe Der Tibet Terrier ist ein genauer Beobachter. Er nimmt seine Umgebung aufmerksam wahr, erkennt Veränderungen und möchte neue Situationen zunächst einschätzen. Während andere Hunde vielleicht sofort loslaufen, bleibt ein Tibet auch einmal stehen und schaut sich alles in Ruhe an.

Das bedeutet nicht, dass er ängstlich ist. Häufig ist er einfach vorsichtig und möchte selbst herausfinden, womit er es zu tun hat.

Erst schauen, dann entscheiden

Diese typische Vorsicht lässt sich schon bei jungen Tibet Terriern wunderbar beobachten. Entdecken sie einen unbekannten Gegenstand, wandert die Nase langsam nach vorne, während das Hinterteil möglichst lange an derselben Stelle bleibt. Der ganze Hund wird immer länger und erinnert dabei beinahe an eine kleine Giraffe.

Bewegt sich der Gegenstand plötzlich oder entsteht ein ungewohntes Geräusch, ist der zuvor so lange Hals innerhalb einer Sekunde wieder auf Normalmaß geschrumpft. Kurz darauf wird häufig ein neuer Versuch gestartet.

So nähert sich der Tibet vielen Dingen: beobachten, prüfen, etwas Abstand halten und schließlich eine eigene Entscheidung treffen.

Fremden gegenüber zurückhaltend

Ein Tibet Terrier muss nicht jeden fremden Menschen sofort begrüßen. Viele halten zunächst Abstand und beobachten, wie sich ihr Gegenüber verhält.

Wer ruhig bleibt und den Hund nicht bedrängt, bekommt häufig nach einiger Zeit von selbst Kontakt. Hat der Tibet Vertrauen gefasst, kann aus dem zurückhaltenden Beobachter ein fröhlicher, neugieriger und sehr anhänglicher Begleiter werden.

Aufdringliches Locken, Anfassen oder Hinterhergehen gefällt den meisten Tibet Terriern dagegen nicht. Sie möchten selbst entscheiden dürfen, wann sie die letzten Schritte auf einen Menschen zugehen.

Eng mit seinen Menschen verbunden

Innerhalb seiner Familie zeigt der Tibet eine ganz andere Seite. Er möchte dazugehören, seine Menschen begleiten und möglichst genau wissen, was gerade geschieht.

Dabei muss er nicht ständig auf dem Schoß sitzen. Oft reicht es ihm, in der Nähe zu liegen und das Geschehen im Blick zu behalten. Manche lehnen sich an, drücken im Sitzen ihren Hintern gegen ihren Menschen oder parken gleich rückwärts zwischen dessen Beinen ein.

Seine Zuneigung zeigt der Tibet nicht immer überschwänglich. Häufig sind es die kleinen, selbstverständlichen Gesten, an denen man erkennt, wie eng er sich mit seinen Menschen verbunden fühlt.

Ein Hund mit Sinn für Gewohnheiten

Tibet Terrier kennen ihre täglichen Abläufe sehr genau. Sie wissen, wann Futterzeit ist, wann gewöhnlich ein Spaziergang beginnt und welcher Mensch welche Gewohnheiten besitzt.

Verändert sich etwas, wird es sofort bemerkt. Ein umgestelltes Möbelstück, ein ungewohnter Tagesablauf oder eine neue Person im Haus kann zunächst aufmerksam betrachtet werden. Der Tibet braucht manchmal etwas Zeit, um Veränderungen einzuordnen. Hat er sie verstanden, gehören sie bald ebenso selbstverständlich zu seinem Alltag wie alles andere.

Wachsam und aufmerksamTibet Terrier Welpe im Garten

Dem Tibet Terrier entgeht nur wenig. Unbekannte Geräusche oder Bewegungen werden häufig gemeldet. Dabei kann sein Anschlagen erstaunlich kräftig klingen.

Er beobachtet jedoch nicht nur seine Umgebung, sondern auch andere Hunde und Menschen sehr genau. Stimmungen, Bewegungen und wiederkehrende Abläufe erkennt er oft schneller, als man erwartet.

Seine Wachsamkeit bedeutet nicht, dass er ständig unruhig sein muss. Ein ausgeglichener Tibet kann entspannt ruhen und dennoch in einem Augenblick hellwach sein, wenn sich etwas verändert.

Fröhlich und manchmal herrlich albern

Bei aller Vorsicht besitzt der Tibet Terrier eine lebensfrohe und humorvolle Seite. Seine wilden fünf Minuten, überraschenden Sprünge und manchmal sehr eigenen Ideen sorgen im Alltag regelmäßig für Unterhaltung.

Er kann würdevoll dasitzen und im nächsten Moment wie ein kleiner Flummi durch den Garten springen. Besonders im vertrauten Umfeld zeigt er, wie viel Lebensfreude und Schalk in ihm stecken.

Der Tibet Terrier ist weder nur zurückhaltend noch nur temperamentvoll. Er ist aufmerksam und verspielt, eigenständig und anhänglich, vorsichtig und zugleich neugierig. Gerade diese Gegensätze machen sein Verhalten so interessant – und jeden Tibet zu einer eigenen Persönlichkeit.