Sicherer Umgang zwischen Kindern und Hunden
Zwischen einem Kind und einem Hund kann eine wunderbare Freundschaft entstehen. Damit sich beide miteinander wohlfühlen, benötigen sie die Begleitung der Erwachsenen und einige verständliche Regeln.
Dabei geht es nicht darum, einem Kind Angst vor Hunden zu machen. Es soll lernen, dass ein Hund ein fühlendes Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Grenzen ist.
Ebenso muss der Hund erfahren, dass der Erwachsene die Verantwortung übernimmt. Weder das Kind noch der Hund sollen schwierige Situationen allein lösen müssen.
Gemeinsam, aber nicht unbeaufsichtigt
Kleine Kinder sollten auch mit dem vertrauten Familienhund nicht allein bleiben. Das gilt unabhängig davon, wie freundlich oder geduldig der Hund normalerweise ist.
Kinder bewegen sich manchmal plötzlich, stolpern, schreien oder greifen spontan nach etwas. Ein Hund kann sich erschrecken, Schmerzen haben oder sich bedrängt fühlen. Der Erwachsene sollte deshalb aufmerksam bleiben und früh eingreifen, bevor eine Situation für einen von beiden unangenehm wird.
Aufsicht bedeutet nicht nur, sich im selben Raum aufzuhalten. Der Erwachsene muss das Zusammensein tatsächlich wahrnehmen und unterbrechen können.
Der Ruheplatz gehört dem Hund
Jeder Hund benötigt einen Platz, an dem er schlafen und sich zurückziehen kann. Liegt er dort, wird er nicht gestreichelt, gerufen oder zum Spielen aufgefordert.
Auch beim Fressen und Kauen braucht er Ruhe. Kinder sollten ihm weder den Napf noch einen Kauartikel oder ein Spielzeug wegnehmen.
Solche Situationen werden von einem Erwachsenen geregelt – nicht vom Kind.
Nähe darf nicht erzwungen werden
Viele Kinder möchten einen Hund umarmen, festhalten oder ihr Gesicht ganz nah an seines bringen. Aus menschlicher Sicht ist das liebevoll gemeint. Für einen Hund kann es jedoch sehr bedrängend sein.
Ein Hund ist kein Klettergerüst und kein Kuscheltier. Kinder dürfen ihn nicht am Fell, an den Ohren oder an der Rute ziehen und sich nicht auf ihn setzen oder legen.
Geht der Hund weg, wird ihm nicht gefolgt. Sein Rückzug ist eine verständliche Antwort und muss respektiert werden.
Die leisen Signale erkennen
Ein Hund knurrt selten aus dem Nichts. Meist zeigt er bereits vorher, dass ihm eine Situation unangenehm wird.
Er kann den Kopf abwenden, über die Nase lecken, plötzlich gähnen, sich wegdrehen oder versuchen, Abstand herzustellen. Manche Hunde werden sehr still und steif. Spätestens dann muss der Erwachsene die Situation beenden.
Knurrt ein Hund, darf das Kind weder schimpfen noch weiter auf ihn zugehen. Es entfernt sich ruhig und holt einen Erwachsenen.
Kinder müssen nicht jede Feinheit der Körpersprache erkennen können. Dafür tragen die Erwachsenen die Verantwortung. Sie können ihnen aber früh zeigen, dass Weggehen, Verstecken und Knurren ernst genommen werden.
Einen fremden Hund kennenlernen
Bevor ein fremder Hund gestreichelt wird, muss immer zuerst sein Mensch gefragt werden. Auch ein freundlich aussehender Hund möchte möglicherweise keinen Kontakt.
Gibt der Besitzer seine Zustimmung, bleibt das Kind zunächst ruhig stehen. Es läuft nicht auf den Hund zu und beugt sich nicht über ihn. Der Hund darf selbst entscheiden, ob er näherkommen möchte.
Eine Hand muss ihm nicht direkt vor die Nase gehalten werden. Hunde können einen Menschen auch aus etwas Entfernung riechen. Kommt der Hund freiwillig heran und wirkt dabei locker, kann er ruhig an der Seite oder Brust gestreichelt werden.
Am Kopf, an den Ohren und direkt im Gesicht möchten viele Hunde nicht von fremden Menschen berührt werden.
Wenn ein freilaufender Hund näherkommt
Kommt ein unbekannter Hund ohne Leine auf ein Kind zu, sollte es möglichst ruhig stehen bleiben. Die Arme bleiben nah am Körper und der Blick wird etwas zur Seite gerichtet.
Das Kind sollte nicht kreischend weglaufen, nach dem Hund schlagen oder ihn anstarren. Ein anwesender Erwachsener stellt sich ruhig zwischen Kind und Hund und spricht den Halter an.
Nicht jeder freilaufende Hund ist gefährlich. Für ein Kind ist es trotzdem hilfreich zu wissen, was es in einem solchen Moment tun kann.
Beide Seiten brauchen Regeln
Nicht nur das Kind muss Rücksicht nehmen. Auch der Hund muss lernen, Kinder nicht anzuspringen, umzuwerfen oder ihnen Spielzeug und Essen aus der Hand zu nehmen.
Der Erwachsene schützt deshalb beide Seiten. Er sorgt dafür, dass das Kind den Hund nicht bedrängt und dass der Hund das Kind nicht überfordert.
Eine gute Freundschaft zwischen Kind und Hund entsteht nicht dadurch, dass einer alles ertragen muss. Sie wächst dort, wo beide wahrgenommen werden, Abstand nehmen dürfen und sich auf die Erwachsenen verlassen können.
So lernen Kinder einen sicheren und respektvollen Umgang mit Hunden – und Hunde erleben Kinder nicht als unberechenbare Störung, sondern als vertrauten Teil ihres gemeinsamen Lebens.
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