Tibet Terriert Grundimmunisierung
Die Grundimmunisierung beim Welpen und das immunologische Gedächtnis
Das größte Missverständnis, das in Praxen bewusst oder unbewusst aufrechterhalten wird, betrifft die Funktionsweise des Immunsystems. Viele Halter glauben, der Impfschutz würde nach exakt 365 Tagen wie durch einen Zeitschalter im Körper erlöschen. Biologisch ist das biologischer Unsinn. Die wichtigste Phase ist die Grundimmunisierung im Welpen- und Junghundalter (üblicherweise in der 8., 12. und 16. Lebenswoche sowie eine Abschlussimpfung im Alter von etwa 15 Monaten) [Stiko Vet]. Wurde diese erfolgreich durchgeführt, baut das Immunsystem sogenannte Gedächtniszellen (B- und T-Lymphozyten) auf. Diese Zellen vergessen ihren Feind nicht einfach nach einem Jahr. Die Ständige Impfkommission Vet (Stiko Vet) sowie internationale Fachgesellschaften wie die WSAVA (World Small Animal Veterinary Association) bestätigen seit Jahren, dass der Schutz für die Core-Komponenten (Staupe, Hepatitis, Parvovirose) nach erfolgreicher Grundimmunisierung viele Jahre, oft sogar lebenslang anhält. Den Hund in diesem Bereich jährlich nachzuspritzen, bringt dem Immunsystem keinerlei zusätzliche Sicherheit – es belastet lediglich den Organismus.
Drei statt eins: Das Gesetz und die Tollwutimpfung
Besonders bei der Tollwutimpfung wird die Angstkarte extrem oft ausgespielt. Haltern wird suggeriert, dass der Hund bei einem Grenzübertritt oder im Alltag illegal unterwegs sei, wenn die Impfung älter als ein Jahr ist. Hier schützt Sie nur ein Blick auf die Fakten vor unnötiger Chemie: Fast alle modernen Tollwutimpfstoffe auf dem Markt sind vom Hersteller für eine Gültigkeit von drei Jahren zugelassen. Das Gesetz im EU-Heimtierausweis richtet sich ausschließlich nach den Angaben des Herstellers.
- Das Problem in der Praxis: Manche Tierärzte tragen aus Gewohnheit oder Profitgier dennoch nur eine Gültigkeit von einem Jahr in den blauen Pass ein.
- Ihr Recht: Bestehen Sie beim Impftermin ausdrücklich darauf, dass der Tierarzt den 3-Jahres-Impfstoff verwendet und das Ablaufdatum im Pass exakt drei Jahre in die Zukunft datiert. Tut er das nicht, ist der Eintrag für den Grenzverkehr nach einem Jahr ungültig – obwohl der biologische Schutz im Hund locker vorhanden wäre.
Messen statt Spritzen: Der Antikörper-Titertest:
Sie müssen nicht raten, ob Ihr Hund noch geschützt ist. Anstatt auf Verdacht eine Nadel in das Tier zu jagen, gibt es ein hervorragendes diagnostisches Werkzeug: den Antikörper-Titertest (z. B. Vaccicheck oder TiterCHEK). Hierbei wird dem Hund eine kleine Menge Blut abgenommen und untersucht, ob noch genügend Antikörper gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose im Blut zirkulieren.
- Ist der Titer positiv, hat der Hund nachweislich einen aktiven Schutz. Eine erneute Impfung wäre zu diesem Zeitpunkt völlig nutzlos, da die vorhandenen Antikörper den neuen Impfstoff einfach sofort neutralisieren würden, ohne dass ein neuer Schutz aufgebaut wird.
- Die Kosten für einen solchen Test sind vergleichbar mit den Kosten einer Impfung. Der unschätzbare Vorteil: Sie mutieren nicht zum Mittäter einer chronischen Überimpfung und wissen schwarz auf weiß, wie es um die Immunität Ihres Tieres steht.
Das verschwiegene Risiko: Was bei einer Überimpfung im Körper passiert
Warum ist der „Impfwahn“ überhaupt gefährlich? Weil Impfstoffe keine sterilen Kochsalzlösungen sind. Sie enthalten neben den abgeschwächten oder abgetöteten Erregern auch sogenannte Adjuvanten (Wirkungsverstärker) wie Aluminiumsalze oder Quecksilberverbindungen sowie Fremdeiweiße aus den Kulturen, auf denen die Viren gezüchtet wurden. Wird ein Hund Jahr für Jahr mit diesen Stoffen bombardiert, obwohl sein Immunsystem ohnehin geschützt ist, kann das System entgleisen. Die Wissenschaft bringt chronische Überimpfungen immer wieder mit folgenden Problemen in Verbindung
- Allergien und Unverträglichkeiten: Das Immunsystem wird dauerhaft in Alarmbereitschaft versetzt und reagiert plötzlich über – gegen harmlose Umweltstoffe oder Futterkomponenten.
- Autoimmunerkrankungen: Der Körper verliert die Fähigkeit, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, und greift eigenes Gewebe an (z. B. die roten Blutkörperchen bei der AIHA).
- Impfsarkome: Bösartige Bindegewebstumoren, die sich direkt an den Einstichstellen entwickeln können (besonders häufig nach adjuvierten Impfstoffen wie Tollwut oder Leptospirose).

Die Grundimmunisierung beim Welpen‘
