Der Zahnwechsel beim Tibet Terrier
Der Zahnwechsel beginnt beim Hund gewöhnlich im Alter von etwa vier Monaten. Nach und nach werden die Milchzähne durch das bleibende Gebiss ersetzt. Häufig geschieht das vollkommen unbemerkt, weil ausgefallene Milchzähne beim Fressen oder Kauen verschluckt werden.
Beim Tibet Terrier kann der Zahnwechsel etwas mehr Zeit beanspruchen. Besonders die Milch-Eckzähne halten sich bei manchen jungen Tibets erstaunlich lange.
Wenn der Milch-Eckzahn noch steht
Immer wieder berichten uns Welpenbesitzer, dass im Alter von sieben Monaten noch ein Milch-Eckzahn vorhanden ist und bereits ein Termin zum Ziehen empfohlen wurde.
Nach unseren Erfahrungen lohnt es sich, die konkrete Situation genau anzusehen. Bei vielen unserer Tibets und Nachzuchten sind diese Milchzähne später noch selbstständig ausgefallen – bei Leni sogar erst im Alter von neun Monaten.
Das bedeutet nicht, dass ein bleibender Milchzahn grundsätzlich unbeachtet bleiben sollte. Entscheidend ist nicht allein das Alter des Hundes, sondern die Stellung der beiden Zähne.
Stehen Milchzahn und bleibender Zahn eng nebeneinander, sollte kontrolliert werden:
- ob der bleibende Zahn genügend Platz besitzt,
- ob er in die richtige Richtung wächst,
- ob das Zahnfleisch gereizt ist,
- ob sich zwischen den Zähnen Futterreste sammeln
- und ob ein Zahn den Gaumen oder andere Bereiche im Maul verletzt.
Verursacht der Milchzahn Schmerzen, behindert er den bleibenden Zahn oder führt er zu einer Fehlstellung, kann eine Entfernung notwendig sein. Besteht keine solche Beeinträchtigung, kann mit der Tierärztin oder dem Tierarzt besprochen werden, ob der junge Tibet noch etwas Zeit bekommen darf.
Kauen kann den Zahnwechsel unterstützen
Während des Zahnwechsels besitzen viele Junghunde ein besonders starkes Kaubedürfnis. Geeignete Kauartikel beschäftigen den Hund und können dabei helfen, bereits gelockerte Milchzähne auf natürlichem Weg zu verlieren.
Bei uns haben sich beispielsweise Ochsenziemer und Rinderkopfhaut bewährt. Der Kauartikel sollte zur Größe und zum Kauverhalten des Hundes passen. Gerade bei jungen Hunden bleibe ich während des Kauens in der Nähe und entferne zu kleine Reststücke rechtzeitig.
Ein Kauartikel kann einen bereits lockeren Milchzahn unterstützen. Er kann jedoch keine tierärztliche Beurteilung ersetzen, wenn der Zahn fest sitzt, Schmerzen verursacht oder den bleibenden Zahn verdrängt.
Während des Zahnwechsels genau hinschauen
In dieser Zeit darf regelmäßig ein Blick ins Maul geworfen werden. So gewöhnt sich der Welpe gleichzeitig daran, dass Zähne und Zahnfleisch kontrolliert werden.
Auffällig sind unter anderem:
- stark gerötetes oder blutendes Zahnfleisch,
- unangenehmer Geruch aus dem Maul,
- Schwierigkeiten beim Fressen,
- sichtbare Schmerzen,
- abgebrochene Zähne
- oder ein bleibender Zahn, der erkennbar in eine falsche Richtung wächst.
Solche Veränderungen sollten tierärztlich abgeklärt werden.
Zeit geben, ohne etwas zu übersehen
Ein Tibet Terrier muss nicht allein aufgrund seines Alters in ein festes Schema passen. Manche sind auch beim Zahnwechsel kleine Spätzünder.
Unsere Erfahrung zeigt, dass Geduld, regelmäßige Kontrolle und geeignetes Kauen bei vielen jungen Tibets ausreichen. Gleichzeitig sollte nicht pauschal abgewartet werden, wenn die Zahnstellung oder Beschwerden dagegen sprechen.
Es geht weder um einen möglichst schnellen Eingriff noch darum, eine notwendige Behandlung grundsätzlich abzulehnen. Es geht darum, den einzelnen Hund anzusehen und gemeinsam eine Entscheidung zu treffen, die zu seinem tatsächlichen Befund passt.

