Die Fellbombe beim Tibet Terrier
Als Fellbombe bezeichnen wir die Zeit, in der der Tibet Terrier sein weiches Welpenfell verliert und das erwachsene Haarkleid entsteht.
Diese Phase kann für Hund und Halter zur anstrengendsten Zeit der gesamten Fellpflege werden. Das gelöste Welpenfell fällt nicht einfach zu Boden. Es bleibt zwischen dem nachwachsenden Deckhaar hängen und verbindet sich dort innerhalb kurzer Zeit zu kleinen Knoten oder größeren Filzstellen.
Wer diese Veränderung nicht kennt, kann leicht den Eindruck bekommen, das Fell sei plötzlich kaum noch zu bewältigen.
Wann beginnt die Fellbombe?
Der genaue Zeitpunkt unterscheidet sich von Hund zu Hund. Häufig beginnt die deutliche Umstellung im Junghundealter. Bei manchen Tibets verläuft sie relativ früh und schnell, bei anderen setzt sie später ein oder zieht sich über einen längeren Zeitraum.
Auch die Stärke ist sehr verschieden. Ein Hund mit lockererem, weniger dichtem Fell kann diese Phase vergleichsweise unauffällig durchlaufen. Bei einem Tibet mit viel feiner Unterwolle können dagegen beinahe täglich neue Knoten entstehen.
Deshalb lässt sich die Fellbombe nicht nach einem festen Kalender pflegen. Das Fell selbst zeigt, wann die Abstände verkürzt werden müssen.
Woran erkennt man den Beginn?
Zu Beginn wirkt das Haarkleid häufig noch vollkommen normal. Beim Kämmen bleibt jedoch zunehmend weiche Wolle in Bürste und Kamm hängen. Gleichzeitig entstehen an typischen Stellen plötzlich kleine Knoten, obwohl der Hund bisher mit deutlich weniger Pflege ausgekommen ist.
Besonders betroffen sind:
- die Bereiche hinter den Ohren,
- Hals und Brust,
- Achseln und Innenseiten der Beine,
- Bauch und Leiste,
- die Übergänge an den Hinterläufen
- sowie Stellen, an denen Geschirr oder Halsband reiben.
Spätestens wenn der Metallkamm nicht mehr leicht bis auf die Haut durch das Fell gleitet, sollte der Pflegerhythmus angepasst werden.
Jetzt zählt Regelmäßigkeit
Während der Fellbombe ist es leichter, jeden Tag einen überschaubaren Bereich gründlich zu bearbeiten, als nach einer Woche den gesamten Hund entfilzen zu müssen.
Dabei kann der Körper aufgeteilt werden: an einem Tag die Vorderbeine und Brust, am nächsten Bauch und Hinterläufe, anschließend die andere Seite. Die besonders anfälligen Stellen werden trotzdem täglich kurz kontrolliert.
Ein kleiner Knoten lässt sich meist ruhig und ohne Ziepen lösen. Wird er mehrere Tage übersehen, nimmt er immer mehr lose Unterwolle auf und kann sich dicht an der Haut ausbreiten.
Nicht nur über die Oberfläche bürsten
Gerade während der Fellbombe kann das Deckhaar von außen ordentlich aussehen, obwohl sich darunter bereits die weiche Wolle zusammenzieht.
Deshalb wird das Fell Schicht für Schicht gescheitelt und von der Haut bis zu den Spitzen durchgearbeitet. Anschließend kontrolliert ein Metallkamm, ob die Partie wirklich frei ist. Erst wenn der Kamm ohne Widerstand hindurchgleitet, folgt der nächste Abschnitt.
Oberflächliches Bürsten glättet zwar das sichtbare Haar, erreicht die beginnende Verfilzung darunter jedoch nicht.
Waschen kann die Pflege erleichtern
Sauberes, gepflegtes Fell lässt sich häufig leichter bearbeiten als ein mit Staub, Talg und losem Welpenhaar belastetes Haarkleid. Während der Fellbombe können deshalb kürzere Badeabstände hilfreich sein.
Nach dem Shampoo wird eine zum Fell passende Pflege verwendet und gründlich verteilt. Bereits fest sitzende Filzplatten sollten jedoch nicht einfach im nassen Fell mit Kraft herausgekämmt werden. Sie werden vor oder während der weiteren Pflege vorsichtig in kleine Partien gelöst.
Nach dem Waschen muss das Fell vollständig getrocknet werden. Beim behutsamen Föhnen lässt sich das Haarkleid gleichzeitig scheiteln und kontrollieren. So wird sichtbar, wo sich noch lose Unterwolle oder beginnende Knoten befinden.
Welche Pflegeprodukte wir dafür verwenden, steht auf der eigenen Seite zu SO POSH.
Der Junghund muss trotzdem mitarbeiten
Die Fellbombe fällt ausgerechnet in eine Zeit, in der viele junge Hunde ihre Grenzen testen und längeres Stillliegen nicht besonders interessant finden.
Deshalb ist es so wichtig, dass der Tibet die Fellpflege bereits als Welpe kennengelernt hat. Jetzt wird nicht erst darüber verhandelt, ob Pfoten, Bauch oder Hinterbeine gekämmt werden dürfen.
Die Pflege kann in kleinere Abschnitte geteilt werden. Innerhalb eines begonnenen Bereiches bleibe ich jedoch ruhig und konsequent. Der Hund lernt, dass er sich auf einen vorsichtigen Umgang verlassen kann und die notwendige Pflege trotzdem dazugehört.
Bitte nicht bis zur Filzplatte warten
Großflächige Verfilzungen ziehen an der Haut, verhindern eine ausreichende Belüftung und können darunter Reizungen verbergen. In diesem Zustand wird jede weitere Pflege für den Hund unangenehm.
Ist das Fell bereits stark und hautnah verfilzt, sollte nicht stundenlang daran gezogen werden, nur um die Haarlänge zu erhalten. Das Wohlbefinden des Hundes ist wichtiger als ein möglichst langes Haarkleid. In einem solchen Fall kann ein fachgerechtes Kürzen oder Scheren die ehrlichere Lösung sein.
Die Fellbombe geht vorüber
Diese Phase bleibt nicht dauerhaft so aufwendig. Wenn das weiche Welpenfell vollständig herausgearbeitet ist und sich das erwachsene Haarkleid entwickelt hat, wird die Pflege normalerweise wieder überschaubarer.
Wie häufig der erwachsene Tibet anschließend gekämmt werden muss, bestimmt weiterhin sein individuelles Fell. Entscheidend ist nicht ein fester Wochentag, sondern dass der Kamm jederzeit bis auf die Haut durch das gesamte Haarkleid gleiten kann.
Die Fellbombe verlangt Zeit und Konsequenz. Wer in dieser Phase regelmäßig am Fell bleibt, erspart seinem Hund schmerzhafte Knoten und sich selbst später viele Stunden Arbeit.

