Die Fellpflege beim Tibet Terrier

Tibet Hündin frisch gebadet
Unsere Oma frisch gebadet

Das lange Fell des Tibet Terriers benötigt regelmäßige und gründliche Pflege. Wie aufwendig diese ist, hängt stark von der Fellstruktur, der Dichte der Unterwolle, dem Alter des Hundes und seiner Lebensweise ab.

Nicht jeder Tibet besitzt dasselbe Fell. Ein lockeres, leichteres Haarkleid ist deutlich schneller gepflegt als ein sehr dichtes, festes und durchgehend volles Fell. Während Elano in ungefähr einer halben Stunde vollständig gekämmt ist, benötige ich bei Oma etwas mehr als eine Stunde. Sie besitzt ein schweres, griffiges Fell mit einer Länge von etwa 38 Zentimetern – und schläft während der Pflege meistens auf der Couch ein.

Von Anfang an selbstverständlich

Bereits der Welpe lernt, dass Fellpflege zu seinem Leben gehört. Obwohl sein weiches Welpenfell zunächst kaum Schwierigkeiten bereitet, wird er regelmäßig angefasst und vorsichtig gekämmt.

Dabei geht es noch nicht um eine lange Pflegesitzung. Der Welpe lernt vielmehr:

  • ruhig auf der Seite zu liegen,
  • Berührungen am ganzen Körper zuzulassen,
  • die Pfoten abzugeben,
  • sich am Bauch und an den Beinen kämmen zu lassen
  • und auch bei kleinen Ziepern nicht sofort aufzustehen.

Die Pflege wird ruhig und freundlich durchgeführt, ist aber kein unverbindliches Angebot. Der Hund darf sich darauf verlassen, dass vorsichtig mit ihm umgegangen wird. Gleichzeitig lernt er, dass die notwendige Pflege auch zu Ende geführt wird.

Immer bis auf die Haut arbeiten

Beim Tibet Terrier genügt es nicht, nur über die sichtbare Oberfläche zu bürsten. Das Deckhaar kann ordentlich aussehen, während sich darunter bereits Knoten oder Filz gebildet haben.

Deshalb wird das Fell in einzelnen Schichten bearbeitet. Ich beginne unten an den Beinen und arbeite mich Stück für Stück nach oben. Eine schmale Haarpartie wird angehoben und die darunterliegende Schicht vorsichtig von der Haut bis in die Spitzen durchgearbeitet. Erst danach folgt die nächste Partie.

Besondere Aufmerksamkeit benötigen:

  • die Stellen hinter den Ohren,
  • Achseln und Innenseiten der Beine,
  • Brust und Bauch,
  • der Bereich unter dem Halsband,
  • Bart und Hals
  • sowie die Übergänge an den Hinterläufen.

Dort reibt das Fell stärker aneinander und bildet schneller Knoten.

Bürste und Kamm haben unterschiedliche Aufgaben

Mit einer geeigneten Bürste wird das Fell zunächst Schicht für Schicht gelöst und geordnet. Anschließend kontrolliere ich jede Partie mit einem Metallkamm.

Der Kamm muss vom Haaransatz bis in die Spitzen ohne Widerstand durch das Fell gleiten. Bleibt er hängen, befindet sich dort noch ein Knoten – auch wenn man ihn von außen nicht sehen konnte.

Ein Knoten wird nicht mit Kraft herausgezogen. Ich halte das Fell dicht an der Haut fest, damit es nicht ziept, und löse die Stelle vorsichtig mit den Fingern oder vom Rand her mit dem Kamm. Große oder sehr feste Stellen werden in mehrere kleine Partien geteilt.

Langes Fell nicht trocken bearbeiten

Vor dem Bürsten wird das Fell leicht angefeuchtet. Dafür genügt ein feiner Sprühnebel mit einem geeigneten Pflegespray. Das Haar soll nicht nass werden, aber etwas Geschmeidigkeit erhalten.

Trockenes langes Haar lädt sich schneller statisch auf und kann beim Bürsten leichter brechen. Besonders bei dichtem oder bereits sehr langem Fell macht das leichte Anfeuchten die Pflege angenehmer und schont die Haarstruktur.

Welche Produkte sich dafür bei unseren Hunden bewährt haben, beschreibe ich auf der eigenen Seite zur Fellpflege mit SO POSH.

Der Fellwechsel verlangt besondere Aufmerksamkeit

Die aufwendigste Zeit beginnt häufig beim Übergang vom Welpenfell zum erwachsenen Haarkleid. Das weiche Jugendfell löst sich, bleibt jedoch leicht im nachwachsenden Deckhaar hängen. In dieser Phase können innerhalb kurzer Zeit viele kleine Knoten entstehen.

Dann reicht der bisherige Pflegerhythmus möglicherweise nicht mehr aus. Das Fell sollte häufiger kontrolliert und gründlich bis auf die Haut durchgekämmt werden. Wer in dieser Zeit nur die Oberfläche bürstet, bemerkt die beginnende Verfilzung oft erst, wenn sie bereits großflächig geworden ist.

Dieser Fellwechsel verläuft nicht bei jedem Tibet gleich. Manche sind relativ schnell hindurch, andere benötigen über einen längeren Zeitraum deutlich mehr Pflege.

Sauberes Fell lässt sich leichter pflegen

Schmutz, Staub und kleine Pflanzenteile erhöhen die Reibung im Fell. Nach Spaziergängen kontrolliere ich deshalb besonders Beine, Bauch, Bart und Pfoten. Kleine Zweige, Kletten oder Grannen werden sofort entfernt, bevor sie sich tiefer einarbeiten.

Auch regelmäßiges Waschen gehört bei einem langhaarigen Tibet zur Fellpflege. Ein sauberes und passend gepflegtes Haarkleid lässt sich leichter kämmen als stark verschmutztes oder fettiges Fell. Entscheidend ist, dass Shampoo und Pflege gründlich ausgespült und der Hund anschließend vollständig getrocknet wird.

Pfoten, Augen und Ohren mitkontrollieren

Während der Fellpflege lässt sich gleichzeitig der gesamte Hund ansehen. Das Fell zwischen den Ballen wird bei Bedarf vorsichtig gekürzt, damit sich dort keine festen Knoten oder Schmutzansammlungen bilden.

Die Augenpartie wird freigehalten und auf Reizungen kontrolliert. Auch ein Blick in die Ohren gehört dazu. Ein gesundes Ohr wird jedoch nicht allein deshalb behandelt oder ausgezupft, weil dort Haare wachsen. Auffälliger Geruch, starke Rötung, häufiges Kopfschütteln oder vermehrtes Kratzen sollten abgeklärt werden.

Regelmäßigkeit macht den Unterschied

Ein Tibet Terrier muss nicht täglich stundenlang gebürstet werden. Er muss aber so regelmäßig und gründlich gepflegt werden, wie es sein individuelles Fell verlangt.

Wer die Abstände zu groß werden lässt, benötigt später wesentlich mehr Zeit und der Hund muss unnötiges Ziepen aushalten. Bleibt man dagegen am Fell, lassen sich kleine Knoten früh lösen und die Pflege wird zu einem normalen Bestandteil des gemeinsamen Alltags.

Ein gepflegtes langes Fell erkennt man nicht nur an seinem äußeren Glanz. Entscheidend ist, dass es auch unter dem Deckhaar locker, sauber und frei von Knoten ist.