Titertest statt Dauernadel

Wie oft muss ein Hund wirklich geimpft werden?

Der Impfwahn auf dem Prüfstand: Welche Impfungen beim Hund sind medizinische Pflicht, welche sind Kür?

Ein Titertest misst die Konzentration von Antikörpern im Blut Ihres Hundes. Er dient dazu festzustellen, ob noch ein ausreichender Schutz vor Krankheiten wie Staupe, Parvovirose oder Hepatitis besteht, oder ob eine Auffrischungsimpfung erforderlich ist. Zudem ist der Titertest für Reisen in bestimmte Länder gesetzlich vorgeschrieben!

Deutschland und den meisten europäischen Ländern gibt es keine gesetzliche Impfpflicht für Hunde. Es gibt jedoch medizinisch dringende Empfehlungen, die sogenannten Core-Impfungen (Pflicht). Dazu gehören Staupe, Parvovirose, Hepatitis (HCC) und Tollwut. Diese Krankheiten sind hochansteckend und oft tödlich. Alles andere – wie Impfungen gegen Leptospirose (hält oft nur wenige Monate und ist stark nebenwirkungsreich), Zwingerhusten oder Borreliose – gehört zu den Non-Core-Impfungen (Kür). Diese sollten nur nach einer genauen Risikoanalyse des individuellen Lebensraums verabreicht werden. Ein Wohnungshund in der Stadt braucht ein völlig anderes Impfprofil als ein Jagdhund, der täglich im Wald arbeitet.

Die verlässliche Basis: Die Grundimmunisierung beim Hund und wie lange sie tatsächlich hält.
Die wichtigste Impfung im Leben eines Hundes ist die Grundimmunisierung im Welpen- und Junghundalter (meist in der 8., 12. und 16. Lebenswoche sowie eine Auffrischung mit 15 Monaten). Ist diese erfolgreich abgeschlossen, baut das Immunsystem des Hundes sogenannte Gedächtniszellen auf. Moderne veterinärmedizinische Studien und die Leitlinien der Ständigen Impfkommission Vet (Stiko Vet) bestätigen längst, dass der Schutz für die Kernkomponenten (Staupe, Hepatitis, Parvovirose) nach einer erfolgreichen Grundimmunisierung viele Jahre, oft sogar lebenslang, anhält. Das jährliche Nachspritzen dieser Komponenten ist bei einem erwachsenen Hund medizinisch absolut unnötig.

Drei statt eins: Die Tollwutimpfung und die gesetzliche 3-Jahre-Gültigkeit im EU-Heimtierausweis.
Lassen Sie sich in der Praxis nicht einreden, dass die Tollwutimpfung jedes Jahr wiederholt werden muss, weil sonst der Grenzübertritt illegal sei. Fast alle namhaften Hersteller haben für ihre Tollwutimpfstoffe eine Zulassung von drei Jahren. Achten Sie penibel darauf, dass der Tierarzt nach der Impfung das exakte Gültigkeitsdatum – nämlich drei Jahre in die Zukunft datiert – in den blauen EU-Heimtierausweis einträgt. Manche Praxen tragen aus Gewohnheit oder wirtschaftlichem Interesse immer noch standardmäßig nur ein Jahr ein. Bestehen Sie auf Ihr Recht und auf die Herstellerangaben.

Messen statt Spritzen: Der Titertest beim Hund – Ablauf, Aussagekraft und echte Kosten.
Anstatt auf Verdacht in ein funktionierendes Immunsystem hineinzustechen, können Sie den sogenannten Antikörper-Titertest (z. B. per Schnelltest in der Praxis oder über ein Fremdlabor) durchführen lassen. Dem Hund wird dafür eine kleine Menge Blut abgenommen, um zu prüfen, ob noch genügend Antikörper gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose vorhanden sind. Ist der Titer positiv, hat der Hund nachweislich Schutz und eine Impfung ist überflüssig. Die Kosten für diesen Test liegen meist auf dem Niveau einer normalen Impfung – mit dem unschätzbaren Vorteil, dass Sie dem Organismus Ihres Hundes keine unnötigen Zusatzstoffe und Fremdeiweiße zumuten.

Das verschwiegene Risiko: Impfschäden und Nebenwirkungen beim Hund erkennen und richtig deuten. Jede Impfung ist ein massiver Eingriff in das Immunsystem. harmlose Nebenwirkungen wie kurzzeitige Abgeschlagenheit, leichte Schwellungen an der Einstichstelle oder ein Tag Appetitlosigkeit sind normale Reaktionen des Körpers, der sich mit dem Erreger auseinandersetzt. Ernsthafte Impfschäden sind zwar selten, existieren aber: Dazu gehören allergische Schocks unmittelbar nach der Spritze, chronische Autoimmunerkrankungen, epileptische Anfälle oder die Entstehung von bösartigen Tumoren (Sarkomen) an der Einstichstelle. Wer seinen Hund im jährlichen Rhythmus grundlos überimpft, vervielfacht dieses Risiko, ohne einen medizinischen Mehrwert zu erzielen.

Herzline

Titertest statt Dauernadel