DNA-Profil und SNP-DNA-Profil – was ist der Unterschied?
Sowohl das klassische DNA-Profil als auch das SNP-DNA-Profil erstellen einen genetischen Fingerabdruck des Hundes. Dieser bleibt ein Leben lang unverändert und dient der eindeutigen Identifizierung sowie der Überprüfung der Abstammung. Der Unterschied liegt hauptsächlich darin, welche genetischen Marker untersucht werden.
Das klassische DNA-Profil – STR
Beim klassischen DNA-Profil werden sogenannte STR-Marker untersucht. STR steht für Short Tandem Repeat. Dabei handelt es sich um kurze Abschnitte der DNA, die sich mehrfach hintereinander wiederholen. Die Anzahl dieser Wiederholungen ist von Hund zu Hund verschieden. Aus der Kombination der untersuchten STR-Marker entsteht ein individuelles Profil – vergleichbar mit einem genetischen Fingerabdruck.
Das klassische STR-DNA-Profil dient:
- der eindeutigen Identifizierung eines Hundes,
- der Überprüfung seiner Abstammung,
- dem Nachweis einer Eltern-Nachkommen-Zuordnung.
Beim klassischen DNA-Profil nach ISAG 2006 werden 22 STR-Marker untersucht.
Das SNP-DNA-Profil
Das SNP-DNA-Profil arbeitet mit einer moderneren Form genetischer Marker. SNP steht für Single Nucleotide Polymorphism. Gemeint sind einzelne Positionen innerhalb der DNA, an denen sich Hunde genetisch voneinander unterscheiden können. Beim standardisierten SNP-DNA-Profil nach ISAG 2020 werden rund 230 festgelegte SNP-Marker analysiert. Aus ihrer Kombination entsteht ebenfalls ein eindeutiger genetischer Fingerabdruck.
Das SNP-DNA-Profil dient:
- der eindeutigen und lebenslang unveränderlichen Identifizierung,
- der zuverlässigen Abstammungskontrolle,
- der Zuordnung von Eltern und Nachkommen,
- der internationalen Vergleichbarkeit zwischen teilnehmenden Laboren,
- je nach Ausführung auch der Betrachtung genetischer Vielfalt und Heterozygotie.
Durch die deutlich höhere Anzahl untersuchter Marker bietet das SNP-DNA-Profil eine umfangreichere genetische Datengrundlage als das klassische STR-Profil.
Die SNP-Technologie kann noch mehr
Die SNP-Technologie wird nicht nur für Identitätsprofile eingesetzt. Abhängig vom Untersuchungsauftrag können sehr viel mehr SNPs analysiert und für unterschiedliche genetische Fragestellungen ausgewertet werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- bekannte genetische Varianten bestimmter Erbkrankheiten,
- Fellfarbe und Haarstruktur,
- einzelne körperliche Merkmale,
- genetische Vielfalt,
- nähere und weiter entfernte Verwandtschaft.
Ein standardisiertes SNP-DNA-Identitätsprofil verwendet jedoch gezielt die Marker, die für Identität und Abstammung vorgesehen sind. Welche weiteren Informationen ausgewertet werden, hängt vom jeweiligen Testumfang ab.
Wichtig für die Abstammungskontrolle
Das klassische STR-DNA-Profil und das SNP-DNA-Profil beruhen auf zwei unterschiedlichen Markersystemen. Deshalb können sie innerhalb einer Abstammungsprüfung nicht direkt miteinander verglichen werden. Für eine sichere Zuordnung müssen Eltern und Nachkommen mit demselben Verfahren untersucht worden sein:
- STR-Profil mit STR-Profil oder
- SNP-Profil mit SNP-Profil.
Kurz zusammengefasst
Das klassische DNA-Profil untersucht eine kleinere Anzahl von STR-Markern und erstellt daraus den genetischen Fingerabdruck des Hundes.
Das SNP-DNA-Profil untersucht eine deutlich größere Anzahl einzelner genetischer Positionen. Es entspricht dem neueren Standard und bietet eine umfangreichere Grundlage für Identitäts- und Abstammungsprüfungen.
Beide Profile haben dasselbe grundlegende Ziel.
Das SNP-DNA-Profil erreicht dieses Ziel mit einer moderneren Technik und einer größeren Anzahl genetischer Marker.

