Die wunderschöne, chaotische Welpenzeit

Tibet Hündin mit ihrem Welpen

Wo Welpen leben, bleibt nicht alles ordentlich. Der Boden ist gerade gewischt, schon laufen kleine schmutzige Pfoten darüber. Das Spielzeug liegt für einen kurzen Moment im Korb und kurz darauf wieder im ganzen Raum. Im Garten entstehen neue Löcher, Grasbüschel werden herausgezogen und aus dem Hof wird stellenweise ein kleiner Schweizer Käse.

Das ist keine ungepflegte Aufzucht. Das ist das Leben mit einer neugierigen kleinen Hundebande.

Ordnung besitzt eine kurze Lebensdauer

Tibet Rüde mit seine Welpen im Garten

Mit einem Wurf verändert sich der gesamte Tagesablauf. Wäsche läuft beinahe ununterbrochen, Decken werden gewechselt und Näpfe gespült. Kaum ist ein Bereich sauber, entdeckt der nächste Welpe genau dort eine neue Beschäftigung.

Dabei sind die Kleinen erstaunlich erfinderisch. Ein Stück Pappe, ein leerer Karton oder ein Büschel Gras kann plötzlich interessanter sein als jedes gekaufte Spielzeug. Was heute vollkommen uninteressant war, wird morgen von allen gleichzeitig untersucht.

Man kann hinter ihnen herräumen. Man kann versuchen, jedes Loch sofort wieder zu schließen. Irgendwann muss man jedoch einsehen: Gegen eine entschlossene Welpenbande kommt selbst der fleißigste Mensch nicht vollständig an.

Einige Löcher bleiben deshalb einfach eine Weile offen. Die Hunde dürfen auch Hunde sein.

Jede Woche bringt etwas Neues

Tibet Terrier stolzer WelpeBei Tibet-Welpen könnte man beinahe auf den Kalender schauen. Mit jeder neuen Lebenswoche verändern sie sich. Fähigkeiten, die gestern noch fehlten, sind plötzlich ganz selbstverständlich vorhanden.

Erst robben sie durch ihr Nest. Dann stehen sie etwas wackelig auf ihren Beinen. Kurz darauf laufen sie durch den Raum, klettern über Hindernisse und versuchen, die Welt auf ihre eigene Weise zu erobern.

Auch ihre Persönlichkeiten werden immer deutlicher. Einer geht mutig voran, der nächste beobachtet zunächst. Einer möchte überall der Erste sein, während ein anderer zufrieden wartet. Manche Ideen entstehen allein – und werden innerhalb kürzester Zeit von den Geschwistern übernommen.

Für uns besteht ein großer Teil der Welpenzeit darin, diese Veränderungen wahrzunehmen. Nicht jeder Entwicklungsschritt lässt sich planen. Viele der schönsten Augenblicke geschehen genau dann, wenn niemand mit ihnen rechnet.

Die echten Bilder entstehen nebenbeiTibet Terrier Welpe solz durch den Garten

Die ersten Bilder eines Wurfes sind häufig noch etwas vorbereitet. Danach entstehen unsere Aufnahmen mitten im Leben.

Die Welpen werden dafür nicht auf Tische gestellt oder an einer bestimmten Stelle festgehalten. Sie dürfen sich frei bewegen, schauen, spielen und sich so zeigen, wie sie wirklich sind.

Manchmal entstehen dabei Hunderte Fotos – und am Ende bleiben drei übrig. Auf einem ist der Welpe scharf, auf dem nächsten schaut er in die richtige Richtung und auf dem dritten ist vielleicht sogar der Hintergrund halbwegs ordentlich.

Dafür zeigen diese Bilder echte kleine Persönlichkeiten. Man sieht Neugier, Übermut, Vorsicht und manchmal auch einen herrlich verrückten Gesichtsausdruck. Genau solche Bilder erzählen später viel mehr als eine perfekt aufgebaute Kulisse.

Dass dabei ein Loch im Rasen, herumliegendes Spielzeug oder ein nicht ganz sauberer Boden zu sehen ist, gehört für uns dazu. Wo Welpen spielen, bleibt der Rasen nicht wie geleckt und das Spielzeug nicht ordentlich im Korb.

Zwischen Anstrengung und stillen Momenten

Tibet Terrier Elano mit seinem SohnWelpen können laut, wild und ausgesprochen anstrengend sein. Sie möchten gefüttert, gepflegt, beschäftigt und beobachtet werden. Manchmal scheinen alle gleichzeitig eine andere Idee zu haben.

Dann gibt es diese stillen Augenblicke.

Setzt man sich zu ihnen auf den Boden, dauert es häufig nicht lange, bis die ersten Welpen herankommen. Einer legt sich auf die Beine, der nächste an die Seite und irgendwann liegt beinahe der ganze Wurf auf oder neben einem. Ohne großes Aufdrehen genießen sie die Nähe und lassen sich in Ruhe durchkraulen.

In solchen Momenten wird aus der wilden kleinen Bande plötzlich ein zufriedener Haufen schlafender Welpen.

Das Chaos gehört dazu

Eine Welpenzeit lässt sich nicht vollständig sauber, leise und planbar gestalten. Sie besteht aus Arbeit, wenig Schlaf und vielen Situationen, die anders laufen als gedacht.Tibet Terrier Welpe am albern

Sie besteht aber ebenso aus Vertrauen, Entwicklung, Lachen und kleinen Erlebnissen, die man nicht wiederholen kann. Jeder Wurf hinterlässt seine eigenen Geschichten – und meistens auch ein paar Spuren im Haus und im Garten.

So anstrengend diese Wochen sein können, so schnell gehen sie vorbei. Am Ende bleiben die Erinnerungen an kleine Pfoten, verrückte Einfälle, gemeinsames Lernen und eine Zeit, in der das Leben für einige Wochen herrlich auf den Kopf gestellt wurde.